Flughafenverband ADV: Arbeitskämpfe im Luftverkehr verursachen massive Schäden – Drittbetroffene besser schützen

Streik am Flughafen

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Ber­lin, 14. April 2026. Die aktu­el­len Streiks bei der Luft­hansa füh­ren zu erheb­li­chen Stö­run­gen im Luft­ver­kehr und tref­fen hun­dert­tau­sende Rei­sende sowie große Teile der deut­schen Wirt­schaft. ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Bei­sel erklärt: „Die Luft­hansa, Deutsch­lands größte Air­line, wird inner­halb einer Woche an fünf Tagen bestreikt. Diese Eska­la­tion ist eine Zumu­tung für hun­dert­tau­sende Rei­sende und eine erheb­li­che Belas­tung für Unter­neh­men. Wer Arbeits­kämpfe in einer sys­tem­re­le­van­ten Ver­kehrs­in­fra­struk­tur führt, trägt eine beson­dere Ver­ant­wor­tung – die­ser wird der­zeit nicht aus­rei­chend Rech­nung getra­gen.“

Mil­lio­nen­schä­den – auch für Flug­hä­fen
Die wirt­schaft­li­chen Schä­den sind beträcht­lich und tref­fen die Flug­hä­fen unmit­tel­bar: Tau­sende gestri­chene Flüge füh­ren inner­halb kür­zes­ter Zeit zu Ver­lus­ten in Mil­lio­nen­höhe – mit direk­ten Aus­wir­kun­gen auf Flug­ha­fen­be­trei­ber, Dienst­leis­ter und Beschäf­tigte. Eine Bran­che, die sich noch immer nicht von den Fol­gen der Corona-Krise erholt hat, wird erneut in ihrer Inves­ti­ti­ons­fä­hig­keit geschwächt.

Streik­recht braucht klare Leit­plan­ken
„Das Streik­recht ist ver­fas­sungs­recht­lich geschützt – aber es ist kein schran­ken­lo­ses Recht“, betont Bei­sel. „Gerade in Berei­chen mit hoher Dritt­be­trof­fen­heit braucht es klare gesetz­li­che Leit­plan­ken, die die Inter­es­sen der All­ge­mein­heit stär­ker berück­sich­ti­gen. Die Bun­des­re­gie­rung ist gefor­dert, ein aus­ge­wo­ge­nes Ver­hält­nis zwi­schen Tarif­au­to­no­mie und Gemein­wohl sicher­zu­stel­len.“

Abschlie­ßend erklärt Bei­sel: „Der Luft­ver­kehr steht der­zeit von meh­re­ren Sei­ten unter mas­si­vem Druck. Neben hohen staat­lich beding­ten Stand­ort­kos­ten durch Steu­ern und Gebüh­ren belas­ten auch geo­po­li­ti­sche Kri­sen wie der Nah­ost­kon­flikt die Bran­che. Eska­lie­rende Arbeits­kämpfe ver­schär­fen die Situa­tion in die­ser Lage zusätz­lich. Im euro­päi­schen Ver­gleich ver­liert der Luft­ver­kehrs­stand­ort Deutsch­land zuneh­mend an Wett­be­werbs­fä­hig­keit – viele Nach­bar­län­der bie­ten güns­ti­gere Rah­men­be­din­gun­gen und mehr betrieb­li­che Sta­bi­li­tät. Kurz­fris­tig ange­kün­digte Streiks ver­stär­ken die­sen Trend und sen­den ein fata­les Signal an inter­na­tio­nale Air­lines, Inves­to­ren und Logis­tik­part­ner.“

ADV-PM 09 2026 Arbeits­kämpfe im Luft­ver­kehr ver­ur­sa­chen mas­sive Schä­den