Im April 2026 massive Passagierverluste durch Streiks und Krieg – Angebotskürzungen verschärfen Lage

 

Empty International Airport Terminal with Cancelled Flights on Departure Board and Falling Financial Graph Overlay, Tourism and Aviation Industry Downturn Economic Crisis Concept

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Ber­lin, 06. Mai 2026. Nah­ost­krise und Streiks las­sen Pas­sa­gier­auf­kom­men ein­bre­chen – Flug­ha­fen­ver­band ADV warnt vor dra­ma­ti­scher Ero­sion der Kon­nek­ti­vi­tät und for­dert ent­schlos­se­nes poli­ti­sches Han­deln

1. Die deut­schen Ver­kehrs­flug­hä­fen erle­ben im April 2026 einen mas­si­ven Ein­bruch beim Pas­sa­gier­auf­kom­men.
2. Mit nur noch rund 16,7 Mil­lio­nen Flug­gäs­ten fällt das Ver­kehrs­auf­kom­men deut­lich zurück.
3. Ins­ge­samt fehl­ten rund 1,65 Mil­lio­nen Pas­sa­giere – ein her­ber Ver­lust mit gra­vie­ren­den Fol­gen für Wert­schöp­fung, Beschäf­ti­gung und die inter­na­tio­nale Anbin­dung Deutsch­lands.
4. Die ein­wö­chi­gen Streiks bei Luft­hansa ris­sen ein Loch von nahezu einer Mil­lion Pas­sa­gie­ren.
5. Der Nah­ost­kon­flikt ver­schärfte die Krise zusätz­lich: Flug­aus­fälle lie­ßen wei­tere knapp 400.000 Rei­sende weg­bre­chen.
6. Die wei­te­ren Pas­sa­gier­ver­luste gehen auf Airline-Flugstreichungen auf­grund hoher staat­li­cher Stand­ort­kos­ten und stei­gen­der Betriebs­kos­ten zurück. – Diese Belas­tun­gen wer­den in den nächs­ten Mona­ten stei­gen.

Externe Schocks tref­fen auf haus­ge­machte Stand­ort­pro­bleme
Der mas­sive Rück­gang ist auf eine gefähr­li­che Gemenge­lage zurück­zu­füh­ren: die anhal­tende Nah­ost­krise, aus­ufernde Streiks sowie Flug­strei­chun­gen infolge explo­die­ren­der Kero­sin­preise. „Die aktu­el­len Zah­len sind ein unüber­hör­ba­res Alarm­si­gnal. Dau­er­streiks, geo­po­li­ti­sche Kri­sen und dras­tisch stei­gende Airline-Betriebskosten tref­fen die deut­schen Flug­hä­fen mit vol­ler Wucht – und rei­ßen tiefe Lücken in die Kon­nek­ti­vi­tät unse­res Lan­des“, erklärt Ralph Bei­sel, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Flug­ha­fen­ver­bands ADV.

Die ver­gan­ge­nen Wochen haben die Bran­che mas­siv erschüt­tert. Wäh­rend der Krieg in der Golf­re­gion und die Ent­wick­lung der Kero­sin­preise die inter­na­tio­nale Luft­fahrt unter Druck set­zen, kam es in Deutsch­land durch Streiks – ins­be­son­dere bei der Luft­hansa im April – zu flä­chen­de­cken­den Flug­aus­fäl­len.

Sor­gen­vol­ler Blick nach vorn: Ange­bot schrumpft wei­ter
Bei­sel warnt ein­dring­lich vor den Fol­gen: „Wir erle­ben eine außer­ge­wöhn­li­che Häu­fung exter­ner Schocks – doch Deutsch­land ist beson­ders hart betrof­fen. Der Grund: Zu den glo­ba­len Kri­sen kom­men haus­ge­machte Belas­tun­gen eines Hoch­steu­er­stand­orts hinzu. Air­lines reagie­ren kon­se­quent – mit Ange­bots­kür­zun­gen und Stre­cken­strei­chun­gen.“
Die Aus­wir­kun­gen sind bereits kon­kret sicht­bar: Allein die jüngs­ten Kapa­zi­täts­re­du­zie­run­gen und Stre­cken­strei­chun­gen von Rya­nair am Haupt­stadt­flug­ha­fen füh­ren dazu, dass künf­tig über zwei Mil­lio­nen Rei­sende in Ber­lin kein pas­sen­des Flug­an­ge­bot mehr fin­den wer­den.

Auch andere deut­sche Stand­orte ste­hen vor erheb­li­chen Ein­schnit­ten. Im euro­päi­schen Ver­gleich wird der struk­tu­relle Wett­be­werbs­nach­teil deut­scher Flug­hä­fen immer offen­sicht­li­cher: Wäh­rend andere Län­der wach­sen, fällt Deutsch­land zurück. Das Ergeb­nis ist eine schlei­chende, aber kon­ti­nu­ier­li­che Ero­sion von Flug­an­ge­bot und Kon­nek­ti­vi­tät – mit direk­ten Kon­se­quen­zen für die wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit des Stand­orts Deutsch­land.

Flug­ha­fen­ver­band ADV rich­tet drin­gen­den Appell an die Bun­des­re­gie­rung
Ange­sichts die­ser Ent­wick­lung rich­tet der ADV-Hauptgeschäftsführer einen kla­ren und ein­dring­li­chen Appell an die Bun­des­re­gie­rung: „Auf geo­po­li­ti­sche Kri­sen haben Bun­des­re­gie­rung und Poli­tik kei­nen direk­ten Ein­fluss – sehr wohl aber auf die Wett­be­werbs­be­din­gun­gen am Stand­ort Deutsch­land. Der Wett­be­werb im Luft­ver­kehr wird zuneh­mend poli­tisch ent­schie­den. Des­halb muss die Bun­des­re­gie­rung jetzt han­deln und Air­lines sowie Flug­hä­fen umge­hend von haus­ge­mach­ten Belas­tun­gen ent­las­ten. Kurz­fris­tig braucht es die sofor­tige Aus­set­zung der Luft­ver­kehr­steuer, mit­tel­fris­tig zumin­dest eine Hal­bie­rung“, so Bei­sel.

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