Sicherheit hat Vorrang vor Regelbetrieb – Eisregen legt zeitweise Luftverkehr lahm

© Chalabala_AdobeStock

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Ber­lin, 06. Februar 2026. Wid­rige Grenz­wet­ter­la­gen und ins­be­son­dere anhal­ten­der Eis­re­gen zwin­gen Flug­hä­fen zur zeit­wei­sen Ein­stel­lung des Flug­be­triebs. Trotz umfas­sen­der Vor­sor­ge­maß­nah­men sto­ßen Ent­ei­sung und Bahn­räu­mung bei die­sen außer­ge­wöhn­li­chen Wet­ter­la­gen an phy­si­ka­li­sche Gren­zen – mit spür­ba­ren Aus­wir­kun­gen für Pas­sa­giere, Air­lines und den gesam­ten Luft­ver­kehr.

Der Flug­ha­fen­ver­band ADV erklärt die Hin­ter­gründe: Die wit­te­rungs­be­dingte Ein­stel­lung des Flug­be­triebs infolge von Eis­re­gen ist für alle Betei­lig­ten eine äußerst belas­tende Situa­tion. Pas­sa­giere kön­nen ihre Reise nicht wie geplant antre­ten, Air­lines müs­sen Flüge strei­chen oder ver­schie­ben und Flug­hä­fen ste­hen vor erheb­li­chen ope­ra­ti­ven Her­aus­for­de­run­gen.

Eis­re­gen zählt zu den weni­gen meteo­ro­lo­gi­schen Ereig­nis­sen, bei denen selbst moderne Enteisungs- und Räum­ver­fah­ren an ihre Gren­zen sto­ßen. Wenn Flug­zeuge trotz erfolg­ter Ent­ei­sung inner­halb kür­zes­ter Zeit erneut ver­ei­sen oder auf Start- und Lan­de­bah­nen kein siche­rer Rei­bungs­wert mehr gewähr­leis­tet wer­den kann, ist eine Ent­schei­dung „pro Sicher­heit“ zwin­gend erfor­der­lich. In die­sen Fäl­len dür­fen Starts und Lan­dun­gen nicht statt­fin­den.

Ein län­ge­rer Still­stand hat weit­rei­chende Fol­gen: Neben dem unmit­tel­ba­ren Aus­fall von Flü­gen ent­ste­hen Ver­spä­tun­gen, die sich auf­grund unter­bro­che­ner Umläufe von Crews und Flug­zeu­gen bis in die Fol­ge­tage fort­set­zen kön­nen.

Ziel ist es, den Betrieb Schritt für Schritt zu sta­bi­li­sie­ren und gemein­sam mit Air­lines und Flug­si­che­rung so schnell wie mög­lich zur Nor­ma­li­tät zurück­zu­keh­ren“, so ADV-Hauptgeschäftsführers Ralph Bei­sel. Dazu gehö­ren prio­ri­sierte Abfer­ti­gun­gen, ange­passte Slot-Planungen in enger Abstim­mung mit Air­lines und Flug­si­che­rung sowie fle­xi­ble Ein­satz­kon­zepte für das Per­so­nal. Die Rück­kehr zum Regel­be­trieb erfolgt meist in meh­re­ren Pha­sen und erfor­dert eine enge Koor­di­na­tion aller Betei­lig­ten.

Flug­hä­fen berei­ten sich inten­siv auf win­ter­li­che Wet­ter­la­gen vor – mit spe­zi­el­len Ent­ei­sungs­fahr­zeu­gen, kon­ti­nu­ier­li­cher Wet­ter­be­ob­ach­tung und abge­stuf­ten Ein­satz­plä­nen für Per­so­nal und Tech­nik. Gleich­wohl zei­gen extreme Wet­te­rer­eig­nisse, dass trotz aller Vor­sorge tech­ni­sche und phy­si­ka­li­sche Gren­zen erreicht wer­den kön­nen. Vor die­sem Hin­ter­grund wer­den bestehende Kon­zepte regel­mä­ßig über­prüft und wei­ter­ent­wi­ckelt.

Unver­rück­bar bleibt dabei ein Grund­satz: Sicher­heit hat oberste Prio­ri­tät. Wenn diese nicht mehr gewähr­leis­tet wer­den kann, ist eine tem­po­räre Ein­stel­lung des Flug­be­triebs trotz aller vor­be­rei­ten­den Maß­nah­men unver­meid­bar. Und was im Win­ter­dienst an den Flug­hä­fen geleis­tet wird, ist Hoch­leis­tung unter Extrem­be­din­gun­gen – dafür gebührt dem Per­so­nal an den Flug­hä­fen unser aus­drück­li­cher Dank“, so das Fazit von ADV-Hauptgeschäftsführers Ralph Bei­sel.

Um unnö­tige Wege zu ver­mei­den, emp­feh­len die Flug­hä­fen, vor der Anreise den Flugs­ta­tus online oder bei der jewei­li­gen Air­line zu prü­fen.

ADV-PM 04 2026 Eisregen_Sicherheit hat Vor­rang vor Regel­be­trieb