ADV-Prognose zum Luftverkehr 2026: Verkehrswachstum an den deutschen Flughäfen – Mehr als 225 Millionen Fluggäste erwartet, sofern verkehrspolitische Weichenstellungen zur Überwindung der strukturelle Standortnachteile erfolgen

Prognose / Kompass

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Ber­lin, 05. Januar 2026. Die im Flug­ha­fen­ver­band ADV zusam­men­ge­schlos­se­nen Ver­kehrs­ex­per­ten der Flug­hä­fen haben für das neue Jahr ver­schie­dene Sze­na­rien durch­ge­rech­net. Für das Jahr 2026 erwar­tet die ADV ein Wachs­tum der Pas­sa­gier­zah­len um +4,2 Pro­zent, sofern die von der Bun­des­re­gie­rung in Aus­sicht gestell­ten Ent­las­tun­gen tat­säch­lich umge­setzt wer­den und wei­tere Stand­ort­nach­teile ange­gan­gen wer­den.

  • Die Zahl der Rei­sen­den im inner­deut­schen Ver­kehr steigt im Jahr 2026 um 2,9 Pro­zent.
  • Auf Ver­bin­dun­gen zu euro­päi­schen Zie­len wird sogar ein Zuwachs von 5,2 Pro­zent erwar­tet.
  • Auf der Lang­stre­cke steigt das Pas­sa­gier­auf­kom­men um 3,1 Pro­zent.

Die Nach­frage bleibt ins­be­son­dere im Tourismus- und Pri­vat­rei­se­seg­ment hoch. Das bestä­ti­gen auch die jüngs­ten Ankün­di­gun­gen von Rei­se­ver­an­stal­tern und Anbie­tern. Grund­lage der ADV-Prognose sind vor allem die Stre­cken­pla­nun­gen der Air­lines sowie die Nach­fra­ge­ent­wick­lung in den ein­zel­nen Teil­märk­ten.

ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Bei­sel ord­net die Zah­len ein: „Wir sehen erfreu­li­che Signale für das Jahr 2026 – getrie­ben von sta­bi­ler Nach­frage und steu­er­po­li­ti­schen Kurs­kor­rek­tu­ren. Für das neue Jahr rech­nen wir mit 225 Mil­lio­nen Rei­sen­den an unse­ren Mit­glieds­flug­hä­fen. Im Ver­gleich zum Vor­kri­sen­jahr 2019 ent­spricht dies einem Recovery-Niveau von rund 91 Pro­zent. Der Luft­ver­kehrs­stand­ort Deutsch­land wächst, bleibt aber struk­tu­rell im Nach­teil. Es bedarf wei­te­rer Ent­las­tun­gen bei Steu­ern und Gebüh­ren, damit Air­lines an den deut­schen Flug­hä­fen wie­der neue Stre­cken auf­neh­men. Aber die Zuver­sicht kommt zurück: Nach einer lan­gen Phase des poli­ti­schen Still­stands fin­det ein Umden­ken statt. Die Flug­hä­fen wer­den als das erkannt, was sie sind – stra­te­gisch wich­tige Infra­struk­tu­ren mit enor­mer volks­wirt­schaft­li­cher Hebel­wir­kung.“

Mit einem pro­gnos­ti­zier­ten Plus von 4,2 Pro­zent bei den Pas­sa­gier­zah­len an deut­schen Flug­hä­fen liegt die ADV nur knapp unter dem aktu­el­len Fore­cast des Airline-Weltverbandes IATA, der für 2026 welt­weit von einem Anstieg um 4,4 Pro­zent aus­geht. Die von der ADV erwar­te­ten 225 Mil­lio­nen Rei­sen­den im deut­schen Markt ent­spre­chen damit gut vier Pro­zent des glo­ba­len Pas­sa­gier­auf­kom­mens, das für 2026 pro­gnos­ti­ziert wird.

Hoff­nungs­trä­ger Som­mer­flug­plan 2026
Die ADV rech­net mit Bewe­gung im Som­mer­flug­plan. Die Gründe hier­für:
1. Die ange­kün­digte Sen­kung der Luft­ver­kehr­steuer zum 1. Juli 2026 sorgt dafür, dass zumin­dest ein Teil der über­höh­ten Stand­ort­nach­teile abschmel­zen.
2. Zusätz­li­che Flug­ka­pa­zi­tä­ten wer­den frei, weil zuvor wegen Trieb­werks­pro­ble­men still­ge­leg­tes Gerät wie­der in den Ein­satz geht.
3. Air­lines signa­li­sie­ren Bereit­schaft ihre Flug­pläne zu über­den­ken – sofern die Rah­men­be­din­gun­gen stim­men.

Der Som­mer 2026 könnte ein Wen­de­punkt sein – wenn die poli­ti­schen Signale jetzt in dau­er­hafte Stand­ort­po­li­tik über­setzt wer­den“, sagt Bei­sel abschlie­ßend.

ADV-PM 01 2026 ADV-Prognose zum Luft­ver­kehr 2026 Ver­kehrs­wachs­tum an den deut­schen Flug­hä­fen