Lärmempfinden und Lärmmessung

Unter Lärm ist per Definition jede Art von Schall zu verstehen, der als störend, lästig oder gar schmerzhaft empfunden wird. Alltagsgeräusche sind eine komplexe Mischung aus Tönen verschiedener Frequenz und Intensität. Bei der Lärmmessung wird die Eigenart der Wahrnehmung durch das menschliche Gehör berücksichtigt. Der lauteste Ton, den der Mensch schmerzfrei hören kann, hat eine zehn Billionen mal stärkere Schallintensität als der leiseste. Diesen sehr großen Wahrnehmungsbereich bewältigt das Gehör, indem es eine Verzehnfachung der Schallintensität etwa als Verdopplung der Lautstärke empfindet.

Um dem Lautstärkeempfinden durch das menschliche Gehör näherungsweise gerecht zu werden, wurde für akustische Messungen ein logarithmischer Maßstab gewählt. Die Maßeinheit ist das Dezibel, abgekürzt dB. Definitionsgemäß ist der Hörschwelle der Wert Null dB zugeordnet, der zehnfach stärkeren Schallintensität der Wert 10 dB, der hundertfachen 20 dB usw. Die Schmerzgrenze liegt bei etwa 130 dB.

Geräusche und ihre Einzelschallpegel - Flugzeugtypen, Kraftfahrzeuge, Hochgeschwindigkeitszug 

Sehr leise Geräusche zwischen Null dB und 20 dB können praktisch nur in abgeschirmten Labors wahrgenommen werden, da die im täglichen Leben üblichen Umgebungsgeräusche bereits lauter sind. In der freien Natur werden bei »vollkommener Stille« Werte von 20 bis 30 dB erreicht. Um die unterschiedliche Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs für hohe und tiefe Töne zu berücksichtigen, wird in die Messgeräte ein genormter so genannter A-Filter eingeschaltet. Die Maßeinheit wird dementsprechend dB(A) genannt.

Für die Abhängigkeit des gemessenen Schallpegels vom Abstand zur Schallquelle gilt folgende »Faustformel«: Eine Verdreifachung des Abstands reduziert den Schallpegel um 10 dB und halbiert damit die empfundene Lärmbelastung.

Mittelschwere bis äußerst starke Lärmbelästigung in Deutschland Quelle: Umweltbundesamt

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Martin Bunkowski

Martin Bunkowski

Umwelt und Fluglärmschutz

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