Forschung

Der Umweltschutz ist ein zentrales Thema unserer Zeit und eine Herausforderung von Politik und Gesellschaft. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) hat sich dieser Herausforderung schon frühzeitig gestellt und bereits 1975 einen Fachausschuss Umwelt geschaffen. Dieser Fachausschuss dient den deutschen Flughäfen zur Information und zum Erfahrungsaustausch über die bestmögliche Berücksichtigung von Umweltbelangen in der Flughafenumgebung. Vertreter des Bundesministeriums für Verkehr, des Umweltbundesamtes, der Deutschen Flugsicherung GmbH und der Deutschen Lufthansa AG sind ständige Gäste in diesem Gremium.

Darüber hinaus pflegt die ADV intensiven Kontakt zu zahlreichen mit dem Thema Luftfahrt und Umwelt befassten Stellen im In- und Ausland. Mit Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen, Fluggesellschaften, Behörden und Umweltverbänden wird ein ständiger Dialog geführt. Die auf diesen Wegen der ADV zufließenden vielfältigen Informationen bilden die Grundlage für die nun in vierter Auflage vorliegende Broschüre „Luftfahrt und Umwelt“, die bei ihrem Erscheinen im November 1996 auf breites Interesse stieß.

Für die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten deutschen Wirtschaft sind schnelle und zuverlässige Verkehrsverbindungen unverzichtbar. Mit Blick auf die erfolgreiche Vernetzung der Märkte kommt dem Luftverkehr insoweit eine besondere Bedeutung zu.

Voraussetzung für ein leistungsfähiges Luftverkehrssystem ist ein die Fläche erschließendes Netz von Flugplätzen. In Deutschland werden an 34 Luftverkehrsstandorten Linienflüge angeboten. Für Wirtschaftsregionen ohne bedarfsgerechte Anbindung an das Schienen- und Fernstraßennetz gewährleisten Flugplätze die schnelle Erreichbarkeit im Werkverkehr, mit dem Lufttaxi oder mit dem privaten Flugzeug.

Flughäfen haben als Arbeitsstätte und als Standortfaktor einen hohen Stellenwert. 2005 waren allein auf den internationalen Verkehrsflughäfen Deutschlands 170.000 Personen in Flughafen- und Luftverkehrsgesellschaften, zahlreichen Firmen und Dienststellen beschäftigt. Durch die standortbildende und -fördernde Kraft eines Flugplatzes siedeln sich in seinem Umfeld Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen an. Standorte in Flugplatznähe bieten damit beste Voraussetzungen für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzsicherheit.

Wie jede Beförderung von Personen und Gütern ist der Luftverkehr mit Umweltauswirkungen verbunden. Verkehr beansprucht Flächen, verbraucht Rohstoffe und verursacht Lärm und Abgase. Verkehrswachstum muss dennoch nicht zwangsläufig eine Zunahme der Umweltbelastungen bewirken. Durch die kontinuierliche Verringerung spezifischer Energieverbräuche und Emissionen ist es möglich, die von einem Verkehrssystem ausgehende Gesamtbelastung trotz steigender Verkehrsleistung zu begrenzen und sogar zu reduzieren.

Die in der Luftfahrt erreichten Verbesserungen im Bereich der Lärm- und Schadstoffemissionen sind eindrucksvoll. Flugzeuge vergleichbarer Sitzplatzkapazität verbrauchen heute nur noch 30% des in den 1960er Jahren benötigten Treibstoffs. Die Schadstoffemissionen konnten so drastisch reduziert werden. Der Lärmteppich vergleichbarer Verkehrsflugzeuge ist in den letzten 30 Jahren auf ein Zehntel geschrumpft. Mit neuartigen Triebwerkskonzepten und der aerodynamischen Optimierung der Flugzeuge sind weitere signifikante Verbesserungen möglich. So hält das Advisory Council for Aeronautics Research in Europe (ACARE), eine Arbeitsgruppe von ca. 30 europäischen Experten aus Wissenschaft, Industrie und Politik, auch sehr ambitionierte Ziele für erreichbar. Danach sollen bis zum Jahre 2020 die spezifischen Lärmemissionen und der CO2-Ausstoß halbiert sowie der NOx-Ausstoß um 80% reduziert werden.

Bisher ist der Luftverkehr der einzige Verkehrsträger, dessen Klimawirkung umfassend analysiert wurde. Er ist für ca. 2% der energiebedingten CO2-Emissionen des Menschen verantwortlich. Auch mit dem Wachstum des Luftverkehrs wird sein Anteil im unteren einstelligen Bereich bleiben, da der Luftverkehr seine spezifischen Emissionen stärker verringert als andere Verkehrsträger.

Für die Luftfahrtindustrie besteht keine Veranlassung, in ihrem Bestreben nach umwelttechnischer Optimierung ihrer Produkte nachzulassen. Bei der zunehmenden Mobilität der Menschen und der engen Verflechtung der Märkte gilt es, die spezifischen Emissionen von Luftfahrzeugen kontinuierlich zu reduzieren. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen setzt sich daher auf allen internationalen Ebenen nachdrücklich für weitere Fortschritte bei den weltweit gültigen Standards für Lärm- und Abgasemissionen von Luftfahrzeugen ein.


Ansprechpartner

Martin Bunkowski

Martin Bunkowski

Umwelt und Fluglärmschutz

Tel. 030 310118-41
bunkowski@adv.aero

 

Download der ADV-Umweltbroschüre,
4. Auflage